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Vielfalt ernährt das Land - Regionalkonferenz in Friedrichshafen 12. Juni 2010
Baden-Württemberg
03.08.2010 17:40

Studie: Erhebliche Mängel bei Stuttgart 21 (Teil 2)

Von: Michael Ecker

S21 stoppen - 4.5 Mrd. € besser verwenden!

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 hat das umstrittene SMA-Gutachten zu Stuttgart 21 veröffentlicht. Wir hatten bereits am 7. Juli anläßlich eines Berichts in "stern" darüber berichtet, das Gutachten liest sich allerdings beinahe noch dramatischer als dort dargestellt. Zur Verdeutlichung: Dieses Gutachten wurde vom Land Baden-Württemberg und der Bahn in Auftrag gegeben, es ist keine „bezahlte Kritik“ der Gegner.

SMA und Partner AG haben am 28 Juli auf die Veröffentlichung reagiert und in einer Stellungnahme darauf hingewiesen, die "Interpretationen" der Projektgegner bezögen sich "nicht auf den derzeitigen Gesamtplanungsstand des Projektes, sondern nur auf überholte Stände von Teilaspekten".

Beim genaueren Lesen wird aber schnell deutlich, dass die Stellungnahme der SMA und Partner AG zwischen den Zeilen eigentlich die Projektgegner bestätigt, auch wenn sie vordergründig die Argumentation des Auftraggebers, des Landes BW zu unterstützen scheint.

Wie ein unter dem Alias "Der Eidgenosse" veröffentlichter kluger Kommentar darlegt, wird "unter Ausnutzung der vielfältigen Möglichkeiten der deutschen Sprache der aktuelle Planstand in ein günstiges Licht gerückt, die zu erwartenden Nachteile hingegen (...) verschleiert, allerdings nicht so sehr, dass sie zwischen den Zeilen (...) nicht doch deutlich hervorscheinen würden. Nur auf diese Weise kann es die SMA konsequent vermeiden, (...) für die drohenden Nachteile der derzeitigen Projektplanung zukünftig eine Mitverantwortung übernehmen zu müssen."

Deutlich wird das gerade bei der Auseinandersetzung mit den Argumenten der Projektgegner im dritten Teil. Was SMA hier sagt, muss in etwa so übersetzt werden: Mit den durch die Vorgaben des Landes begrenzten Zugmengen und Fahrplanstrukturen wird "Stuttgart 21" zwar "fahrbar", wir übernehmen dafür aber keinerlei Garantien - das soll DB Netz allein verantworten. Und ob diese Vorgaben überhaupt realistisch, bedarfsgerecht und zukunftsfähig sind, dazu halten wir uns vornehm zurück. Durch aufwändige Anpassungen der Betriebsweise, zusätzliche zweigleisige Abschnitte und angepasste Fahrpläne lässt sich der prognostizierte Kollaps theoretisch vermeiden, trotz einer nicht bedarfsgerecht ausgelegten Infrastruktur. 

Mit anderen Worten: Es fehlt jeder Puffer für künftige Bedarfsentwicklungen oder zum Auffangen kleinerer Betriebsstörungen. Beim Regionalverkehr (einschließlich des IRE Sprinters, der auf die NBS verlegt werden soll) konnten Fahrtzeitverlängerungen durch Stuttgart 21 gegenüber der heutigen Situation nur mühsam zumindest auf dem Papier im Rahmen gehalten werden.

 

Alter: 2 Jahre